Zu einem wichtigen Zweig der Entertainments hat sich zweifellos der Sport entwickelt. Fanden früher die Sportveranstaltungen losgelöst für sich selbst und vor einem Häuflein Zuschauern statt, gibt es heute auf hoher nationaler Ebene und erst recht im internationalen Sport keine Wettkämpfe ohne ein entsprechendes Rahmenprogramm. Ob es nun Boxkämpfe sind, in deren Vorfeld beispielsweise die Skorpions in Hannover einen zum Besten geben oder die Eröffnungsfeiern der Ski-WM für die ein Kulturprogramm geplant ist, immer wird dem Publikum etwas geboten, das über die eigentlichen sportlichen Wettkämpfe hinaus geht. Denken wir nur an das Großereignis der Sommersportarten im Jahre 2008 in Peking. Dort wurde angefangen von folkloristischen Darbietungen über circensische Choreographien bis zu den abgefahrensten Feuerwerkseffekten alles geboten, was bunt, teuer und spektakulär ist. Zugegebener Maßen war das eine äußerst gelungene und nie langweilige Show.

Oder die Eröffnung der Fußball-WM im letzten Jahr in Südafrika. Das Eröffnungskonzert ging ja voll ab. Was da an Künstlern aufgefahren wurde, war schon aller erste Sahne. Shakiras Hüftschwung fesselte alle Besucher des Konzerts und Millionen Zuschauer an den TV-Geräten in der ganzen Welt. Persönlich freute ich mich über das Auftreten von Angelique Kidjo, die ich das letzte Mal live im Jahre 1996 im Nationalstadion von Accra in Ghana gesehen hatte. Die Eröffnungsfeier der WM selbst war auch nicht ohne. Südafrika präsentierte sich von seiner spannendsten und buntesten, temperamentvollsten und emotionalsten Seite.

Der geneigte Leser wird bereits bemerkt haben, dass der Verfasser dieses Beitrages durchaus zwischen Ablehnung der Kommerzialisierung solcher Events und einer gewissen Begeisterung schwankt. Aber das muss sich einander ja nicht unbedingt ausschließen. Die Essenz jedenfalls besteht darin, dass Unterhaltung schon längst nicht mehr auf die klassischen Genres begrenzt ist, sondern längst auch auf anderen Feldern stattfindet. Der Sport hat das Entertainment in den letzten zwei Jahrzehnten adoptiert.